Schäfchen zählen funktioniert nicht (aber diese 3 Dinge schon)

Schäfchen zählen funktioniert nicht

Marko C. Lorenz Marko C. Lorenz

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Du liegst im Bett, starrst die Decke an, und kannst einfach nicht einschlafen. Also versuchst du es mit dem ältesten Einschlaftrick der Welt: Schäfchen zählen. Eins, zwei, drei... bei fünfunddreißig merkst du, dass du immer noch hellwach bist. Bei siebzig fragst du dich, ob du dich vorhin verzählt hast. Und bei hundertdrei denkst du plötzlich an den bevorstehenden Besuch deiner "geliebten" Schwiegermutter oder daran, ob dein Amazon-Paket auch wirklich morgen kommt. 

Zu deiner Beruhigung kann ich dir sagen, damit bist nicht allein. Rund 43 Prozent der Deutschen kämpfen regelmäßig mit Schlafproblemen, und viele von ihnen haben es irgendwann mit den wolligen Vierbeinern versucht. Das Problem dabei (und du kannst das bestimmt bestätigen): Schäfchen zählen funktioniert nicht. Und das ist keine subjektive Erfahrung, sondern das Ergebnis einer Studie der University of Oxford. Zum Glück gibt es gibt es aber Methoden, die tatsächlich wirken – und die sind wissenschaftlich genauso gut belegt.


Was die Forschung wirklich über Schäfchen zählen sagt


Bevor ich dazu komme, was dir wirklich beim einschlafen helfen kann, lass uns kurz mit einem Mythos aufräumen, der sich seit Generationen hartnäckig hält. Die Idee hinter dem Schäfchen zählen klingt ja erstmal logisch: Eine monotone, langweilige Tätigkeit soll das Gehirn müde machen und die Gedanken beruhigen. So weit die Theorie. 

Die Schlafforscherinnen Allison Harvey und Suzanna Payne von der University of Oxford wollten es genauer wissen und untersuchten 2002 in einer kontrollierten Studie, welche Einschlaftechniken tatsächlich funktionieren. Sie teilten 50 Menschen mit Einschlafproblemen in drei Gruppen auf: Die erste Gruppe sollte sich entspannende Szenen vorstellen – einen Wasserfall, einen ruhigen Strand, einen Waldspaziergang. Die zweite Gruppe sollte sich ablenken, unter anderem durch Schäfchen zählen. Die dritte Gruppe bekam gar keine Anweisungen. Das Ergebnis überraschte selbst die Forscherinnen: Die Visualisierer schliefen durchschnittlich zwanzig Minuten schneller ein als sonst. Und die Schäfchenzähler? Die brauchten sogar länger als gewöhnlich, um einzuschlafen.


Warum dein Gehirn beim Schafe zählen nicht abschalten kann


Aber warum funktioniert das Schäfchenzählen nicht, obwohl es doch so schön langweilig ist? Die Antwort liegt in einem Bereich deines Gehirns, der sich präfrontaler Cortex nennt. Dieser vordere Teil des Gehirns ist für bewusstes Denken zuständig – für Planen, Rechnen, Analysieren. Genau das Gegenteil von dem, was du zum Einschlafen brauchst. Wenn du Schafe zählst, aktivierst du diesen Bereich: Du musst die Zahlen im Kopf behalten, dich konzentrieren, vielleicht sogar korrigieren, wenn du durcheinander kommst. Dein Gehirn arbeitet also, anstatt herunterzufahren. 

Zum Einschlafen muss der präfrontale Cortex aber in den Ruhemodus wechseln – das zeigen zahlreiche neuroimaging Studien. Das erklärt auch, warum Visualisierungen so viel besser funktionieren: Wenn du dir einen traumhaften weißen Strand mit Palmen vorstellst, aktivierst du andere Hirnareale. Solche Bilder beanspruchen zwar genug Aufmerksamkeit, um Grübeleien zu verdrängen, aber sie fordern dein Gehirn nicht kognitiv. Der perfekte Zustand zum Einschlafen.


Drei Methoden, die laut Schlafforschung wirklich funktionieren


Im Überblick:

  • Geführte Visualisierung – entspannende Szenen aktivieren die richtigen Hirnareale
  • 4-7-8 Atemtechnik – aktiviert das Nervensystem für Entspannung
  • Frequenzbasierte Einschlafhilfen – synchronisieren deine Gehirnwellen sanft Richtung Schlaf


Die Oxford-Studie hat nicht nur gezeigt, dass Schäfchen zählen zum Einschlafen wenig taugt – sie hat auch eine klare Alternative aufgezeigt. Und die ist zum Glück genauso einfach umzusetzen, ohne so anstrengend und gleichzeitig so öde zu sein wie Schäfchen zählen. Hier sind drei Methoden, die wissenschaftlich belegt sind und die du heute Nacht noch ausprobieren kannst.


Methode 1: Geführte Visualisierung


Statt Schafe über einen Zaun springen zu lassen, stellst du dir einen Ort vor, an dem du dich vollkommen entspannt fühlst. Das kann ein Strand bei Sonnenuntergang sein, eine Waldlichtung im Sommer oder dein Lieblingsplatz aus der Kindheit. Wichtig dabei: Geh ins Detail. Wie fühlt sich der Sand unter deinen Füßen an? Welche Geräusche hörst du? Wie riecht die Luft? Je mehr Sinne du einbeziehst, desto mehr versinkt dein Gehirn in dieser inneren Welt – und desto weniger Raum bleibt für kreisende Gedanken. Die Probanden der Oxford-Studie, die diese Technik anwendeten, schliefen über zwanzig Minuten schneller ein als ohne Hilfsmittel.


Methode 2: Die 4-7-8 Atemtechnik


Diese Methode stammt ursprünglich aus dem Yoga und wurde vom amerikanischen Arzt Dr. Andrew Weil populär gemacht. Das Prinzip ist simpel: Du atmest vier Sekunden durch die Nase ein, hältst den Atem sieben Sekunden lang an und atmest dann acht Sekunden langsam durch den Mund aus. Was dabei passiert, ist faszinierend: Durch das verlängerte Ausatmen aktivierst du deinen Parasympathikus – den Teil deines Nervensystems, der für Entspannung zuständig ist. Dein Herzschlag verlangsamt sich, dein Blutdruck sinkt, und dein Körper bekommt das Signal, dass es sicher ist, loszulassen. Zwei bis drei Durchgänge reichen oft schon aus, um spürbar ruhiger zu werden.


Methode 3: Frequenzbasierte Einschlafhilfen


Während die ersten beiden Methoden auf bewusste mentale Techniken setzen, geht dieser Ansatz einen anderen Weg. Bestimmte Tonfrequenzen können nachweislich die Gehirnwellen beeinflussen und das Gehirn sanft in Richtung Schlaf führen. Besonders gut erforscht sind dabei Delta-Frequenzen im Bereich von 0,5 bis 4 Hertz – genau der Frequenzbereich, in dem sich dein Gehirn während des Tiefschlafs befindet. Studien zeigen, dass sogenanntes Brainwave Entrainment – also das gezielte Synchronisieren der Gehirnwellen durch akustische Reize – die Einschlafzeit verkürzen und die Schlafqualität verbessern kann. Der Vorteil: Du musst nichts aktiv tun, sondern kannst dich einfach von den Klängen tragen lassen. Produkte wie die Neuro-Sleep Therapy kombinieren solche Frequenzen mit geführten Entspannungstechniken und Hypnose-Elementen zu einem ganzheitlichen Einschlaf-System.

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Fazit: Vergiss die Schafe – dein Gehirn braucht etwas anderes


Schäfchen zählen gehört zu den Einschlaftipps, die sich hartnäckig halten, obwohl sie nachweislich nicht funktionieren. Denn, wer Schafe zählt, aktiviert genau die Hirnregionen, die zum Einschlafen eigentlich herunterfahren müssten. Kein Wunder also, dass du nach hundert gezählten Schafen immer noch wach liegst und inzwischen auch noch weißt, was du morgen alles erledigen musst.

Ein Glück für alle, die sich mit dem Einschlafen schwer tun, ist, dass es Alternativen gibt, die tatsächlich wirken. Ob du dich für geführte Visualisierungen entscheidest, die 4-7-8 Atemtechnik ausprobierst oder auf frequenzbasierte Methoden setzt – all diese Ansätze haben eines gemeinsam: Sie arbeiten mit deinem Gehirn und nicht gegen es. Sie helfen deinem Nervensystem, in den Entspannungsmodus zu wechseln, anstatt es mit monotonen Zählübungen zu langweilen.

Falls du heute Nacht wieder wach liegst und der Gedanke an Schäfchen aufkommt, erinnere dich an die Oxford-Studie. Und dann stell dir stattdessen einen Ort vor, an dem du jetzt gern wärst. Das kann ein einsamer Strand auf den Malediven sein, eine Hütte in den Bergen oder – falls du zur richtigen Generation gehörst – ein gemütlicher Abend im Auenland. Atme tief durch oder lass dich von den richtigen Frequenzen in den Schlaf begleiten. Dein Gehirn wird es dir danken. Und die Gedanken an deine Schwiegermutter können getrost bis morgen warten.

Dein Marko C. Lorenz

FAQs

Hilft Schäfchen zählen beim Einschlafen?

Nein, Schäfchen zählen hilft nicht beim Einschlafen. Eine Studie der University of Oxford aus dem Jahr 2002 zeigt sogar das Gegenteil: Probanden, die Schafe zählten, brauchten länger zum Einschlafen als die Kontrollgruppe ohne jegliche Technik. Der Grund: Zählen ist eine kognitive Aufgabe, die das Gehirn aktiviert, anstatt es zur Ruhe kommen zu lassen.

Warum funktioniert Schäfchen zählen nicht?

Beim Schäfchen zählen aktivierst du den präfrontalen Cortex – den Bereich deines Gehirns, der für bewusstes Denken, Planen und Rechnen zuständig ist. Genau dieser Bereich muss aber herunterfahren, damit du einschlafen kannst. Die monotone Zählaufgabe ist außerdem nicht anspruchsvoll genug, um Grübeleien und Sorgen effektiv zu verdrängen.

Was hilft wirklich beim Einschlafen?

Wissenschaftlich belegt sind vor allem drei Methoden: Erstens geführte Visualisierungen, bei denen du dir einen entspannenden Ort bildlich vorstellst. Zweitens die 4-7-8 Atemtechnik, die deinen Parasympathikus aktiviert und den Körper in den Entspannungsmodus versetzt. Drittens frequenzbasierte Einschlafhilfen, die deine Gehirnwellen sanft in Richtung Schlaf synchronisieren.

Wie lange sollte das Einschlafen dauern?

Gesunde Erwachsene schlafen normalerweise innerhalb von 10 bis 20 Minuten ein. Wer regelmäßig länger als 30 Minuten wach liegt, leidet möglicherweise unter Einschlafproblemen. Wer hingegen sofort einschläft, sobald der Kopf das Kissen berührt, könnte unter Schlafmangel leiden.

Woher kommt die Tradition des Schäfchen zählens?

Der genaue Ursprung ist nicht belegt, aber es gibt zwei populäre Theorien. Die erste besagt, dass Hirten früher ihre Schafe vor dem Schlafengehen zählten, um sicherzugehen, dass keines verloren ging – und dabei oft selbst einschliefen. Die zweite Theorie verweist auf das friedliche, wollige Erscheinungsbild der Schafe, das Ruhe und Geborgenheit symbolisiert.

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